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Nur mehr Bildung garantiert Wohlstand

Düsseldorf, Thema und Diskutanten waren, wie der rege Besuch zeigte, gut gewählt: Rund 240 Mitglieder und Gäste des Liberalen Netzwerks Düsseldorf erlebten in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste am 23. Februar eine aufrüttelnde Diskussion. Drei Exponenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gingen der Frage nach, ob der Forschungsstandort Deutschland für die Zukunft gewappnet ist.

Wie zu erwarten, fiel das Urteil recht unterschiedlich aus. Professor Jürgen Kluge, Vorstandschef des Duisburger Haniel-Konzerns ( Zuvor McKinsey ), bemängelte das nach wie vor innovationsfeindliche Klima in Deutschland. Während in den USA junge Wissenschaftler durchweg mit großem Engagement an ehrgeizige Projekte herangingen, wären ihre deutschen Kollegen oft zögerlich und voller Selbstzweifel. Mit dieser Einstellung, so sein Befund, werde sich hierzulande keine Forschungselite junger, ehrgeiziger Wissenschaftler heimisch fühlen.

Optimistischer beurteilte Professor Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW und stellvertretender FDP- Vorsitzender, die Stellung Deutschlands. Er verwies insbesondere auf die qualifizierte Forschung der deutschen Industrie und hier insbesondere des deutschen Mittelstands und warnte davor, die USA überzubewerten. Kritisch ging Professor Joachim Treusch, Präsident der privaten Jacobs University Bremen, mit der Hochschulpolitik ins Gericht. Wenn man das an seiner Uni bestehende Verhältnis von Studenten zu Lehrkräften von 11 zu 1 erreichen wolle, müssten an den staatlichen Hochschulen 180.000 neue Stellen geschaffen werden. Eindringlich appellierte Minister Pinkwart an die Universitäten, die ihnen zufließenden Studiengebühren schnell und gezielt in die Verbesserung ihrer Qualität zu investieren, statt sie in ihren Haushalten zu thesaurieren.

Einigkeit herrschte in der von NRZ-Wissenschaftsredakteur Rolf-Michael Simon moderierten Diskussion in der Kritik an der Bildungs-Misere unseres Landes. Das hierfür eingesetzte Geld werde immer noch unter „Kosten“ verbucht und nicht als Investition in unsere Zukunft verstanden. „Ohne Bildung keine Innovation“ – so das einhellige Fazit. Je früher man mit frühkindlicher Bildung beginne, desto besser. Die demographische Entwicklung erzwinge geradezu die Förderung aller Talente, wobei Kinder aus Zuwanderer-Familien vielfach noch immer zu kurz kämen, wie Minister Pinkwart bemängelte.
Der Staat, so der Liberale, könne diese Herkulesaufgabe jedoch nicht allein bewältigen. Die Familien müssten ihrerseits erkennen, dass ihren Kindern ohne Bildung keine gesicherte Zukunft bevorsteht. Die Einsicht, dass man auch privat in Bildung investieren muß, ist, so Pinkwart „in unserem Lande leider noch unterentwickelt.“

Bericht von Hans-Otto Eglau, Liberales Netzwerk Düsseldorf

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