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"Der kreative Imperativ" ist das Motto des 36. Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos

Die deutsche Bundeskanzlerin nahm als Eröffnungsrednerin dieses Motto auf und hielt ein Plädoyer gegen Bürokratie und für mehr Freiheit, gleichzeitig erklärte sie, Deutschland an die europäische Spitze zurückführen zu wollen.

"Der kreative Imperativ" = Alle Kraft dem schöpferischen Neuen

Im hochalpinen (1.560 m ü.M.) Bergort Davos im schweizerischen Kanton Graubünden treffen sich vom 25. bis 29. Januar 2006 über 2.300 Führungs-kräfte aus der Wirtschaft, Spitzenpolitiker sowie Wissenschaftler und Medienvertreter aus aller Welt, um internationale wirtschaftliche und politische Themen zu diskutieren. Angekündigt haben sich 14 Staats- und Regierungschefs und der UNO-Generalsekretär sowie über 60 Minister, 730 Unternehmenschefs werden vertreten sein.

Wachstum braucht Freiheit und die Abschaffung von Regulierung
Als Hauptrednerin trat bei der Eröffnung Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, ihr kam eine herausgehobene Bedeutung zu, weil sich kein weiterer Regierungschef aus der EU oder der G-8 angekündigt hat. Bundeskanzlerin Merkel bekräftigte das Ziel, Deutschland in den nächsten zehn Jahren bei Wachstum, Beschäftigung und Innovationen wieder in die Spitzengruppe in Europa führen zu wollen: "Ich möchte, dass Deutschland in den nächsten zehn Jahren wieder unter die ersten drei in Europa kommen kann, was Wachstum anbelangt, was Beschäftigung anbelangt und was Innovationen anbelangt."
Dazu brauche die Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen. Merkel widersprach Befürchtungen, es gehe dabei um eine Aufkündigung von Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Es gehe vielmehr um eine neue soziale Marktwirtschaft. Um schneller zu Entscheidungen zu kommen, müsse in Deutschland auch die föderale Struktur reformiert und Bürokratie abgebaut werden. Deutschland wolle den Bürokratieabbau auch in Europa bei seiner EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 zur Chefsache machen. Die Kanzlerin sprach sich für mehr Freiraum und mehr Freiheit aus. "Arbeit braucht Wachstum und Wachstum braucht Freiheit" , dieser Slogan, der in der Inlandspolitik der CDU-Politikerin erprobt ist, brachte der Kanzlerin auch vor dem internationalen Publikum des Weltwirtschaftforums große Zustimmung ein und ihre Rede konnte die positive Erwartungshaltung des Plenums an die deutsche Regierungschefin erfüllen.

"Weder Regierungen, noch die Wirtschaft noch die Zivilgesellschaft können wirklich die Probleme alleine lösen. Was wir brauchen sind Plattformen aller Vertreter der wichtigsten Interessen, die auf einer globalen Ebene zusammenarbeiten. Um die Themen zu definieren, Lösungen auszuarbeiten - falls möglich - und sich dem konkreten Handeln anzuschließen" , so  Professor Klaus Schwab (Jahrgang 1938, im deutschen Ravensburg aufgewachsen und Schweizer Staatsbürger) Gründer und Direktor des Weltwirtschaftsforums. Das Motto des diesjährigen Forums lautet "Der kreative Imperativ". Soll heißen: Um Lösungen für die Probleme der Welt und der Wirtschaft zu finden, ist Kreativität gefragt. "Davos ist anders", sagt Klaus Schwab. "Man schaut hier auf wirklich alle Themen in einer systematischen Art und Weise, weil sie alle zusammenhängen. Wir wollen einen Dialog erreichen, der Vertrauen bildet."

Das Forum ist in diesem Jahr wieder stärker wirtschaftlich ausgerichtet, was sich daran verdeutlicht, dass so viele Vertreter der Wirtschaft unter den Gästen sind wie nie. Der rasante Aufschwung von China und Indien, eine zukunftssichere Energieversorgung, die globalen Auswirkungen moderner Technologie und die Veränderungen am Arbeitsmarkt sind die wichtigsten Querschnittsthemen.
                                                                                von SLN

Hintergrundinformationen: http://www.weforum.org/

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