 Berlin, 25. April 2008 - BStU | Die Studie "Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Teil 3: Statistik" ist kürzlich in der Reihe Forschungen zur DDR-Gesellschaft erschienen, ihre Herstellung wurde mit Mitteln der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen und der BStU unterstützt. Sie ermöglicht einen weitgehend vollständiges statistisches Bild über die zuletzt 174.000 inoffiziellen Mitarbeiter (IM) in der DDR.
Als das MfS seine Akten vernichtete, gingen nicht nur die Unterlagen zu bedeutenden IM in die Schredder, sondern auch statistische Übersichten, denn der Öffentlichkeit wäre das gigantische Netz nicht zu vermitteln gewesen. Erstmals liegt nun der Öffentlichkeit ein Datenhandbuch zu den IM vor, das manches Bild vom MfS korrigiert. Beispielsweise waren wesentlich weniger IM auf die evangelischen Kirchen oder die Opposition angesetzt als etwa auf den Bereich der Volkswirtschaft. Neuartig sind auch die Angaben zu den IM in der Bundesrepublik, wonach das MfS in seiner Gesamtgeschichte nicht mehr als 12.000 Bundesbürger als Mitarbeiter führte, zuletzt rund 3.000. Den Daten ist eine Einleitung vorangestellt, in der wesentliche Erkenntnisse zu Gesamtzahl, regionaler Verteilung und zur Alters-, Berufs-, Geschlechterverteilung vorgestellt werden.
Bereits mit den Richtlinien für die inoffizielle Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit (erschienen 2001) wurden bedeutende dienstinterne Dokumente veröffentlicht, die es ermöglichen, ein weitgehend vollständiges Bild von Art und Umfang der Tätigkeit der zuletzt 174.000 inoffiziellen Mitarbeiter (IM) zu bekommen. Da diese Dokumente auf der Grundlage von KGB-Instruktionen entstanden sind, lassen sie zugleich Schlüsse auf die Arbeitsweise anderer osteuropäischer Geheimdienste zu, zu denen es bisher noch keine entsprechenden Veröffentlichungen gibt. In einer umfangreichen Einleitung analysiert Helmut Müller-Enbergs die unterschiedlichen Funktionstypen inoffizieller Mitarbeiter, beschreibt ihren Rekrutierungsprozeß, die Praxis ihrer konspirativen Tätigkeit und das Zusammenwirken mit den Führungsoffizieren. Die vorliegenden Dokumente sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für Betroffene und Gremien, die mit der Bewertung von IM-Tätigkeiten beauftragt sind. Zugleich liefern sie wichtige Anhaltspunkte für Wissenschaftler und diejenigen, die sich für die Ursachen von Angst und Anpassungsdruck in der DDR-Gesellschaft interessieren.
In einer umfangreichen Einleitung analysiert Helmut Müller-Enbergs die unterschiedlichen Funktionstypen inoffizieller Mitarbeiter, beschreibt ihren Rekrutierungsprozeß, die Praxis ihrer konspirativen Tätigkeit und das Zusammenwirken mit den Führungsoffizieren. Die vorliegenden Dokumente sind ein unverzichtbares Hilfsmittel für Betroffene und Gremien, die mit der Bewertung von IM-Tätigkeiten beauftragt sind. Zugleich liefern sie wichtige Anhaltspunkte für Wissenschaftler und diejenigen, die sich für die Ursachen von Angst und Anpassungsdruck in der DDR-Gesellschaft interessieren
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