politik & kommunikation Magazin, Ausgabe 01/08, Interview von Holger Böthling und Mirjam Stegherr mit Hans-Olaf Henkel
Berlin, Februar 2008 - Hans-Olaf Henkel ist einer der profiliertesten Wirtschaftsvertreter in Deutschland. Im p&k-Interview kritisiert er die Attacken der Politik – und das Schweigen der Unternehmer. Für viele ist Hans-Olaf Henkel noch immer BDI-Präsident. Weil er sich für die Wirtschaft einbringt, wenn andere schweigen. p&k hat mit ihm über die neue Macht des Staates gesprochen.
zum Artikel
Die Konjunktur erstarkt – und mit ihr das soziale Gewissen der Parteien. Statt Reformen im Sinne der Agenda 2010 verfolgen Politiker jetzt mehr Debatten um Mindestlohn, Managergehälter und soziale Gerechtigkeit. "politik&kommunikation" lässt in der jüngst erschienen Ausgabe die wichtigsten Protagonisten zu Wort kommen, um die Frage zu erörtern: Wie sozial oder wirtschaftsfeindlich ist die Politik?
Wolfgang Clement kritisiert: "Die SPD lässt sich stark vom Populismus der erstarkenden Linken beeinflussen. Und die Union folgt. Das erweckt den Eindruck, Deutschland sei wohlfahrtsstaatlich orientiert und nicht mehr marktwirtschaftlich" und warnt vor den geplanten Regelungen. "Die Politik mischt sich ein, der Staat greift durch – das ist ein krasser Fehler. Denn das bedeutet zwangsläufig ein Weniger an Freiheit", so Clement. Ebenfalls dabei: Oswald Metzger, ehemalige Wirtschaftsgalionsfigur der Grünen, Wolfgang Gerhardt, der Anfang des Jahres die FDP aufschreckte, Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der BDA, CDU-Mitglied der heute konstatiert: "Ein wirtschaftskompetenter Kurs der Union ist in der aktuellen Politik zum Teil nicht mehr erkennbar. Nach Antidiskriminierungsgesetz und Postmindestlohn gibt es viel mehr Leuchttürme einer arbeitsplatzfeindlichen als wirtschaftsförderlichen Politik."
Im Titelinterview beklagt Hans-Olaf Henkel den neuen Kurs der Regierung: "Ich dachte immer, dass eine Rückkehr zum Sozialismus unmöglich ist. Dass die Lektion, die wir 1989 gelernt haben, als der Eiserne Vorhang fiel, anhalten würde. Dass man die Nase voll hat vom Sozialismus. Und dass auf einem demokratischen Weg eine Rückkehr zum Sozialismus völlig unmöglich wäre. Ich bin nicht mehr so sicher, dass das so ist." Für Henkel, der im p&k-Interview Fidel Castro, John F. Kennedy und Papst Johannes XXIII. als die Ideale seiner Jugend bezeichnet, ist "Gefahr in Verzug".
Mit freundlicher Genehmigung von: Holger Böthling, Redaktion "politik & kommunikation" Magazin, Verlag Helios Media GmbH, Friedrichstraße 209, 10969 Berlin.
Quelle/Hintergrundinformationen: http://www.politik-kommunikation.de/ http://www.politik-kommunikation.de/magazin/puk/ http://www.politikagenda.de/ http://www.helios-media.com/ |