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EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner droht China mit Boykott der Olympischen Spiele

Agence France-Presse


Berlin (AFP), 28.03.2008 – EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat Peking mit einem Boykott der Olympischen Spiele gedroht. Die Spiele müssten in einem Umfeld stattfinden, das den olympischen Geist widerspiegele. Dazu gehörten die Einhaltung der Menschenrechte sowie die "uneingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit". Der Dalai Lama rief die internationale Gemeinschaft auf, bei der Bewältigung der Krise in Tibet zu helfen. Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, forderte eine unabhängige Untersuchung der UNO zu den Ereignissen.

"Wir sollten uns genau anschauen, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält - und dann über Boykottmaßnahmen entscheiden", sate Ferrero-Waldner der "Bild am Sonntag". Zur Tibet-Frage sagte sie, die chinesische Regierung müsse Verhandlungen mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen - "mit dem Ziel, die Diskriminierung des tibetischen Volkes zu beenden". Die EU-Kommissarin rief dazu auf, die Tibeter weltweit durch Demonstrationen zu unterstützen.

Der Dalai Lama sagte in der indischen Hauptstadt Neu Delhi: "Wir haben keine Macht außer der Gerechtigkeit, Wahrheit, Aufrichtigkeit... Deshalb rufe ich die Weltgemeinschaft auf, bitte zu helfen." Zugleich betonte der Dalai Lama erneut, dass er zu einem Dialog mit China bereit sei. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 hatte bereits am Freitag betont, dass er einen Boykott der bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking ablehne.

Deutschlands ai-Generalsekretärin Lochbihler sagte der Hannoverschen "Neuen Presse": "Wenn es die Führung in Peking mit Offenheit ernst meint und nichts zu verbergen hat, sollte sie eine unabhängige Untersuchung durch die Vereinten Nationen erlauben".

Unterdessen besuchten Diplomaten von 15 ausländischen Botschaften in einer von der chinesischen Führung organisierten Reise die tibetische Hauptstadt Lhasa, um sich ein Bild von der dortigen Lage nach den Zusammenstößen zwischen Tibetern und chinesischen Sicherheitskräften zu machen. Die Diplomaten sprachen nach ihrem Eintreffen in Lhasa mit verletzten Sicherheitskräften und tibetischen Bürgern. Am Tag darauf besichtigte die Delegation den buddhistischen Jokhang-Tempel, dessen Mönche am Mittwoch ihrem Unmut über die chinesische Herrschaft in Tibet während des Besuchs einer Gruppe ausländischer Journalisten Luft gemacht hatten.

Quelle: AFP

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,7185369,00.html
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,7182129,00.html?dr=1
http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/13/0,1872,7185133,00.html

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